Die Oeffnungszeiten von Geschäften können heute schon einmal ganz schön verschieden ausfallen. Während Supermärkte, gerade wenn sie zu größeren Ketten gehören und an allen möglichen Standpunkten vertreten sind, gerne einmal bis in die Puppen geöffnet sind, haben wir bei kleineren Geschäften oft Oeffnungszeiten, die viel kürzer sind. Möchten Sie noch frisches Fleisch vom Metzger um die Ecke besorgen, müssen Sie dies in vielen Fällen vor 18 Uhr tun – sonst hat er nämlich schon zu. Die Unterscheidung, dass große Unternehmen in der Regel länger geöffnet haben (können) als kleine, liegt in der Natur der Konzepte des Business selbst. Während der besagte Fleischer in vielen Fällen mit wenig Personal auskommen muss, oder gar ein Betrieb der Familie sein kann, können größere Unternehmen ganz anders mit ihrem Personal kalkulieren. Nehmen wir die große Supermarkt-Kette als Beispiel. Hier wird nicht selten im Schichtdienst gearbeitet. Das bedeutet, dass manche Mitarbeiter schon früh morgens zur Arbeit erscheinen, aber am frühen Nachmittag auch bereits wieder nach Hause dürfen. Die zweite Schicht geht dann von etwa 16 Uhr am Nachmittag bis elf Uhr abends. Dadurch kann dieser Supermarkt ganz einfach mit längeren Oeffnungszeiten da stehen als der Fleischer um die Ecke. In die Sparte der Familienbetriebe gehören oft auch kleinere Unternehmen aus dem handwerklichen Bereich, oder solche, die Dienstleistungen für den Alltag anbieten wie Schuhmacher, Uhrmacher oder Fotogeschäfte. Tendenziell länger geöffnet haben neben Supermärkten vor allem Tankstellen – weil die Kunden unabhängig von der Uhrzeit ihren Sprit einkaufen möchten. Eine Tankstelle kann übrigens im Verhältnis zu ihrem Umsatz mit sehr wenig Personal betrieben werden. Im Betrieb in der Nacht reicht dort oft eine einzige Person, die den Schalter in der Nacht überwacht und bedient. So können die Oeffnungszeiten mit relativ wenig Kosten das Personal betreffend lange gehalten werden. Das leuchtet ein, dass hier der Fleischer benachteiligt ist. Auf der anderen Seite – wer möchte schon um 11 Uhr abends noch ein Steak vom Rind einkaufen? Das wollen wohl die wenigsten unter uns. Irgendwann muss ja auch mal Schluss sein mit dem ganzen Einkaufszauber. Die Oeffnungszeiten sind in den letzten Jahren immer länger ausgedehnt worden. Das geht zu Gunsten des Konsumenten, aber oft zu Lasten des Arbeitnehmers, der sich mit dem neuen Dienst in der Schicht arrangieren muss und nicht selten sehr früh oder sehr spät arbeiten muss. Das ist die berühmte Flexibilität, die von Bewerbern heute in allen möglichen Bereichen verlangt wird. Jedoch wie steht es um die Oeffnungszeiten am Sonntag?

Oeffnungszeiten am Sonntag

Früher waren am Sonntag wohl fast alle Geschäfte geschlossen. Jedoch wurden die Oeffnungszeiten auch an dem heiligen Tag der Ruhe und des Erholens aufgeweicht. Da gibt es schon einmal den sogenannten verkaufsoffenen Sonntag, bei dem alle Geschäfte eines bestimmten Viertels – meist eines zentralen Viertels mit vielen Geschäften – einen ganzen Sonntag lang geöffnet haben. Das ist vor allem in der Zeit vor Weihnachten ein sehr beliebtes Ereignis für Familien, die schon einmal ihre Geschenke für das Fest einkaufen möchten oder schlicht und ergreifend von der sonntäglichen Ruhe profitieren möchten und von dem Fakt, dass die ganze Familie einmal ganz ohne Stress versammelt ist. Dann profitieren solche Leute von außergewöhnlichen Oeffnungszeiten am Sonntag. Und sie ziehen los und kaufen alle Regale leer. Für die Besitzer der Geschäfte kann das nicht selten ein Segen sein, gerade im Einzelhandel. Aber auch im regulären Bereich haben einige Geschäfte auch schon einmal am Sonntag geöffnet. Das hängt ganz von der spezifischen Lage des Gesetzes ab, ob zum Beispiel Supermärkte am Morgen des Sonntags für einige Stunden offen haben. Solche Oeffnungszeiten am frühen Sonntagmorgen, und hier sehen wir wieder eine strukturelle Parallele zu dem oben Gesagten, können sich natürlich vor allem solche Unternehmen leisten, die mit viel Umsatz arbeiten und mit viel Personal. Denn ob sich der Fleischer um die Ecke seine wohl verdiente Ruhe am Sonntagmorgen nun auch noch nehmen lässt, nachdem er bereits sechs Tage die Woche hinter seinem Tresen gestanden hat und seine Kundschaft bedient, das ist eine ganz andere Frage ob ein Personalchef noch eine Schicht am Sonntag für seine Mitarbeiter einplant und sich fragt, ob das auch rentabel ist. So variieren Oeffnungszeiten nicht nur von Geschäft zu Geschäft, sondern eben auch an den Tagen unter der Woche. Oeffnungszeiten können, wenn man einmal alle diese Kriterien in Betracht zieht, sehr verschieden ausfallen.

Gibt es eigentlich noch eine Mittagspause?

Doch wie steht es bei aller Rede von den Oeffnungszeiten eigentlich um die kleine Pause am Mittag, die berühmte Mittagspause? Sie stammt aus einer Epoche, in der die Mehrzahl der Geschäfte kleine Betriebe waren, die von der Familie gesteuert wurden. Da ist es auch keine Überraschung, dass die Oeffnungszeiten zur Pause am Mittag für zwei oder sogar mehr Stunden unterbrochen werden, da die gesamte Belegschaft zu dieser Zeit geschlossen und munter beim Mittagessen saß und sich diese kleine Auszeit so nett wie es nur geht gestaltete, bevor es zum letzten bisschen Einsatz am Nachmittag im eigenen Geschäft ging. Heute ist das natürlich ein bisschen anders und das spiegelt sich auch in den Oeffnungszeiten der Läden und Geschäfte wider. Denn viele Angestellte haben heute gar kein Interesse mehr, mit den Kollegen, mit denen sie sich ohnehin nur sehr eingeschränkt verstehen, lange zum Essen beisammen zu sitzen. Solche Leute wollen vielmehr lieber eine kurze Pause machen, um effektiv weiter arbeiten zu können und vielleicht sogar eine  Stunde oder zwei früher Schluss zu machen, um die Familie zu sehen – die zu Hause ist und nicht wie früher im Betrieb.

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